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Rückführung kriegsbedingt verbrachten Kulturguts - Rückgabe der Zuckerbibliothek

Unterschrift des Übergabeprotokolls (Deutsche Botschaft Kiew)

Am 27. Juni 2013 fand in Kiew in der Nationalen Parlamentsbibliothek der Ukraine die offizielle Übergabe von 713 Büchern der ehemaligen Bibliothek des Instituts für Zuckerindustrie an die Universitätsbibliothek der Technischen Universität Berlin statt. Das frühere Institut für Zuckerindustrie wurde 1951 der TU Berlin angegliedert und 1978 in diese integriert. Zuckertechnologie ist heute an der TU Berlin Teil des Fachgebietes Lebensmittelverfahrenstechnik, die Bibliotheksbestände bilden den „Sonderbestand Zuckertechnologie, Zuckerchemie und Zuckerindustrie" an der Universitätsbibliothek.

Insgesamt waren im Sommer 1945 im Zuckerinstitut über 11.000 Bücher von der Sowjetischen Militäradministration beschlagnahmt und in die Sowjetunion verbracht worden. Seit den 1950er Jahren befanden sich Teile der Zuckerbibliothek in Kiew, im dortigen Wissenschaftlichen Forschungsinstitut für Zuckerindustrie, einer Einrichtung der damaligen Sowjetischen Akademie der Wissenschaften.

In den frühen 1990er Jahren begannen deutsch-ukrainische Gespräche und Verhandlungen zur möglichen Rückgabe der 1945 abtransportierten und später nach Kiew gelangten Bücher der Zuckerbibliothek. Diese verliefen lange Zeit ergebnislos. Vor 2 Jahren wurden die Gespräche wieder aufgenommen und nun konnten konkrete Fortschritte erzielt werden. Die aktuelle Bücherrückgabe erfolgt auf Grundlage des Gesetzes der Ukraine „Über die Ausfuhr, Einfuhr und Rückführung von Kulturgütern" und eines Protokollbeschlusses des Behördenübergreifenden Rates für Fragen der Ausfuhr, Einfuhr und Rückführung von Kulturgütern der Ukraine vom 22. Dezember 2011.

rechts Deutscher Botschafter Dr. Christof Weil, links stellvertretender Kulturminister Bronislaw Stytschinski (Deutsche Botschaft Kiew)

Der stellvertretende Kulturminister, Bronislaw Stytschinski betonte während der Zeremonie der symbolischen Bücherübergabe, dass die Ukraine den Prozess zur Rückgabe infolge des II. Weltkrieges verbrachter Kulturgüter weiter fortsetzen wird. Dies wirke sich positiv auf die weitere Verständigung zwischen der Ukraine und der Bundesrepublik aus. Der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Christof Weil, würdigte die Rückgabe der Bücher und versprach von deutscher Seite, weiter bei der Suche nach ukrainischen Kulturgütern zu helfen.

Das offizielle Übergabeprotokoll wurde seitens der Ukraine von Herrn J. W. Lukjanenko, Direktor der Staatlichen wissenschaftlichen Einrichtung „Ukrainisches Forschungsinstitut der Zuckerindustrie" und seitens der Technischen Universität im Auftrag des Präsidenten der Universität, Prof. Dr. Jörg Steinbach, und des Leitenden Direktors der Universitätsbibliothek, Dr. Wolfgang Zick, von Frau Dr. Regine Dehnel, Projektmitarbeiterin „NS-Raubgutforschung" an der Universitätsbibliothek unterzeichnet. In Würdigung der Bemühungen des Ukrainischen Forschungsinstitutes der Zuckerindustrie um die Rückgabe der Bücher überreichte Regine Dehnel Herrn Lukjanenko eine DVD mit Digitalisaten von 30 historischen Büchern der Zuckerbibliothek.

Am 24. August 2013 trafen die 713 Bücher per Spedition an der Universitätsbibliothek ein. Sie werden zurzeit bearbeitet. Eine detaillierte Dokumentation der Rückgabe ist vorgesehen. Die im „Ukrainischen Forschungsinstitut der Zuckerindustrie" befindlichen übrigen Bücher der Zuckerbibliothek, es handelt sich um über 3.000 Bücher und Zeitschriftenbände, sollen auf Wunsch der ukrainischen Seite Gegenstand weiterer deutsch-ukrainischer Verhandlungen sein.

Zur Pressemitteilung des Auswärtigen Amtes

Regine Dehnel

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