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Die Universitätsbibliothek trauert um Elsbeth Arlt

Das Werk der 1948 in Kiel geborenen Künstlerin Elsbeth Arlt befasst sich mit Schrift, Sprache und Literatur, Buch und Bibliothek, seit 1985 auch in raum- und architekturbezogenen Installationen. Bereits 2002 hatte sie den Eingang der Universitätsbibliothek Kiel mit den Lettern „Manche leuchten, wenn man sie liest“ geadelt. 2004 ging sie als Siegerin des Kunst-am-Bau-Wettbewerbes für den Neubau der Universitätsbibliothek der TU und UdK Berlin hervor; für die künstlerische Gestaltung waren die drei Lichthöfe vorgesehen.

Arlts Entwurf einer Schriftinstallation wurde mit eigens angefertigten, an die klassische Antiqua angelehnten Edelstahl-Buchstaben auf den Sichtbeton-Unterzügen der Lichthöfe im März 2005 realisiert. Die Schriftinstallation „Realität in den Regalen: Fußnote, Vermerk, Widmung“ integriert sich sinnfällig in die Architektur der Lichthöfe und verleiht im Durchblick dem Gehalt der Bibliothek Ausdruck. Sie zollt dem Medium Buch Reverenz anhand des inhaltlich nachgeordneten „Beiwerks“: Bücher enthalten und bilden Realität. Die Fußnote im ersten Lichthof zitiert die Rolle der Phantasie und bezeugt wissenschaftliche Sorgfalt und Einbindung der Werke in die kulturelle und wissenschaftliche Tradition, der Copyright-Vermerk im zweiten verweist auf die Verrechtlichung geistiger Schöpfung als geistiges Eigentum, die Widmung im dritten lenkt den Blick auf die privaten, emotionalen Bedingungen des Schaffens.

2000 wurde die Künstlerin mit dem Kulturpreis der Stadt Kiel, 2012 mit dem Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein geehrt. Sie lebte in Flensburg, wo sie am 17. Juli 2015 verstarb.