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Online-Zeitschriften des Elsevier-Verlags

Ab 01.01.2018 wird es voraussichtlich keinen Zugriff mehr auf die aktuellen Artikel der Elsevier-Zeitschriften geben.

Hintergrund:

Im Projekt DEAL bemüht sich die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) im Auftrag der Allianz der Wissenschaftsorganisationen in Gesprächen mit dem Verlag Elsevier seit 2016 um den Abschluss einer bundesweiten Lizenz. Das Ziel ist der Zugriff auf alle Zeitschriften des Verlages und ein Publizieren im Open Access für Angehörige deutscher Wissenschaftseinrichtungen zu einem fairen Preis.

Auch mit den Großverlagen Wiley und Springer/Nature führt die HRK Gespräche. Diese geben Anlass zu Optimismus. Mit beiden Verlagen wurden Übergangsverträge geschlossen. Bundes­weite Verträge im Sinne der DEAL-Ziele sollen im Laufe des Jahres 2018 abgeschlossen werden.

Im Gegensatz dazu sind die Gespräche mit dem Verlag Elsevier vorerst ergebnislos geblieben. Um den Verhandlungen Nachdruck zu verleihen, hat sich eine beispiellose Anzahl von Einrichtungen in Deutschland dazu entschieden, ihre Verträge mit dem Verlag zu kündigen. Mittlerweile werden über 200 deutsche Wissenschaftseinrichtungen ab Januar 2018 ohne Vertrag und damit ohne Zugriff auf die Zeitschriften des Verlages sein.

Nachfolgend haben wir für Sie in den FAQs die wichtigsten Fragen und Antworten zu diesem Thema zusammengestellt.

FAQs zu Elsevier-Zeitschriften

Was bedeutet der vertragslose Zustand für die Suche nach Elsevier-Zeitschriften?

Nicht verfügbar werden voraussichtlich elektronische Zeitschriften des Elsevier-Verlags sein, und zwar der Jahrgang 2018. Im Rahmen der aus den bisherigen Verträgen erworbenen Rechte wird der Zugang zu früheren Jahrgängen ausgewählter Titel jedoch bestehen bleiben. Zudem sind auch jetzt schon einzelne Artikel in den Elsevier-Zeitschriften Open Access veröffentlicht und damit frei im Zugriff.

Wo kann ich entsprechende Artikel dennoch bekommen?

Für aktuelle Artikel, die online nicht zugänglich sind, nutzen Sie bitte legale alternative Beschaffungswege. Dazu zählt zum Beispiel auch der direkte Austausch mit den Autorinnen und Autoren.

Lücken in der Informationsversorgung werden jedoch unumgänglich sein.

Diese können über die Lieferdienste der Universitätsbibliothek wie Fernleihe und – für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TU Berlin – Express-Dokumentlieferdienst geschlossen werden.

Gibt es weitere Werkzeuge, die mir bei der Literaturbeschaffung helfen können?

Endet Ihre Suche an einer Paywall – es wird also ein Login oder eine Kreditkarteninformation verlangt – so nutzen Sie bitte die folgenden Möglichkeiten, nach verfügbaren Varianten des Artikels zu suchen:

  • Unpaywall: Unpaywall ist eine Browser-Erweiterung, die im Hintergrund automatisiert nach einer verfügbaren Variante von Artikeln sucht. Ist man auf der Seite eines Verlags und kann auf einen Artikel nicht zugreifen, führt das Plugin schnell und unkompliziert zum Volltext (entweder zur lizenzierten Verlagsversion oder zur vorhandenen Open-Access-Version). Die Erfolgsquote liegt nach eigenen Angaben bei 47 %. Das Plugin kann für Firefox und Chrome installiert werden.

  • oadoi und doai: Hat die gesuchte Publikation eine DOI, kopieren Sie die Links https://www.oadoi.org/ bzw. http://doai.io/ in Ihren Browser und hängen am Ende die DOI zum gewünschten Beitrag an. Diese Aufrufe leiten direkt zu einer frei verfügbaren Version weiter – sei es, weil die Bibliothek eine Lizenz erworben hat oder weil der/die Autor/in die Publikation zweitveröffentlicht hat (Beispiel).

  • Open-Access-Button: Der Open-Access-Button ist eine Browsererweiterung, mit der nach freien Versionen von Artikeln gesucht werden kann. Gibt es noch keine Open-Access-Version, wird mit Klick auf den OA-Button eine E-Mail an den/die Autor/in der Publikation generiert und um Bereitstellung einer entsprechenden Version gebeten. Der Open-Access-Button ist seit kurzem im KOBV-Portal eingebunden – dem wichtigsten Recherchewerkzeug für Bestände im Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg.

  • BASE: Wer noch auf Literatursuche ist und auf die Suchmaschine BASE zurück greift, kann die Option “Open-Access-Dokumente bevorzugen” als Standardeinstellung nutzen. BASE hat zahlreiche Open-Access-Portale integriert und weist fast 50 Millionen Open-Access-Dokumente nach (Beispiel).

  • Google Scholar: Auch Google Scholar indexiert freie Quellen und macht das Auffinden von frei verfügbaren Versionen von Artikeln leicht (Beispiel).

  • Twitter / E-Mail: Viele Wissenschaftler/innen nutzen den Hashtag #ICanHazPDF, um die Twitter-Community um Unterstützung bei der Suche nach Artikeln zu bitten oder kontaktieren Kolleg/innen direkt per E-Mail.
Bekomme ich Hilfestellung seitens der Universitätsbibliothek?

Die Universitätsbibliothek stellt sich auf ein erhöhtes Bestellaufkommen ein und wird Sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten bei der Beschaffung der erforderlichen Elsevier-Artikel unterstützen.

Wie ist der Stand bei Wiley und Springer?

Für beide Verlage wurde für 2018 eine Übergangslösung vereinbart. Die Universitätsbibliothek wird an beiden Übergangslösungen teilnehmen.

Wiley:

Bei Wiley ändert sich 2018 nichts. Der Zugriff auf das Gesamtportfolio der Wiley-Zeitschriften bleibt in vollem Umfang erhalten. Dies gilt sowohl für ältere als auch für aktuelle Artikel.

Springer:

Die Übergangslösung für Springer sieht einen erheblich erweiterten Zugriff auf frühere und aktuelle Artikel in Springer-Zeitschriften vor. Bisher bot die Universitätsbibliothek Zugriff auf ausgewählte Springertitel in unterschiedlicher Tiefe. Teilweise war nur der aktuelle Jahrgang im Online-Zugriff, teilweise bestand auch Zugriff auf ältere Jahrgänge einzelner Titel.

Ab Anfang 2018 wird der Zugriff auf alle Springer- und ADIS-Titel ab Jahrgang 1997 und einschließlich des Jahrgangs 2018 möglich sein. Mit dem Beitritt zur Überganglösung stellt die UB ab 2018 ein signifikant erweitertes Angebot für die Springer-Zeitschriften zur Verfügung.

Zusatzinformationen / Extras

Kontakt

Weitere Fragen zu diesem Thema beantworten wir gern unter folgender E-Mailadresse:

deal(at)ub.tu-berlin.de